Begriffe aus Einsatzplanung und Führung: wo an der Einsatzstelle Zelte gebraucht werden und wofür.
Atemschutzsammelstelle (Atemschutzsammelplatz)
Als Atemschutzsammelstelle oder Atemschutzsammelplatz bezeichnen Feuerwehren den Ort, an dem bei größeren Atemschutzeinsätzen die Trupps gesammelt, registriert und bereitgehalten werden. Dort werden sie auch mit Geräten und Flaschen versorgt.
Was bedeutet das beim Einsatzzelt?
Ein Zelt schützt Atemschutzgeräteträger in der Pause vor dem Wetter und schafft einen geordneten Platz für Überwachung und Gerät. Für die Feuerwehr gibt es aufblasbare Zelte und Faltzelte mit Aufdruck „FEUERWEHR“.
Behandlungsplatz (BHP)
Ein Behandlungsplatz ist eine Einrichtung mit fester Struktur, in der Verletzte und Erkrankte nach der Sichtung notfallmedizinisch versorgt und transportfähig gemacht werden. Von dort geht es weiter in die Kliniken. Die Zahl im Namen nennt die Kapazität in Patienten pro Stunde: Ein Behandlungsplatz 50 versorgt 50 Patienten pro Stunde. Aufbau und Stärke legen die Länder in ihren Konzepten fest.
Was bedeutet das beim Einsatzzelt?
Für einen Behandlungsplatz braucht es große Zelte mit Platz für Tragen und Liegen, die sich zu einem Zeltverband verbinden lassen. Die VETTER Sanitätszelte MT 20 bis MT 60 lassen sich dafür mit dem Andockzelt koppeln.
Betreuungsplatz und Betreuungsstelle
Ein Betreuungsplatz ist eine vorübergehende Einrichtung, in der unverletzte Betroffene in der ersten Phase eines Großschadensereignisses betreut und kurzfristig untergebracht werden, nach den Konzepten der Länder in der Regel für 500 Personen. Kleiner ist die Betreuungsstelle: die erste Anlaufstelle außerhalb des Gefahrenbereichs, an der Betroffene erstbetreut, aber nicht untergebracht werden. Aufbau und Größe legen die Länder fest.
Was bedeutet das beim Einsatzzelt?
Für Anlaufstelle, Registrierung und Wetterschutz werden Zelte gebraucht, die schnell stehen und sich erweitern lassen. Im Katastrophenschutz kommen dafür neben aufblasbaren Zelten auch Faltzelte zum Einsatz, die sich zu größeren Flächen verbinden lassen; gebraucht werden sie auch für Verpflegung.
Dekontamination (Dekon)
Dekontamination bedeutet, gefährliche chemische, biologische oder radioaktive Verunreinigungen von Personen, Geräten, Fahrzeugen oder Flächen zu entfernen. Für ABC- und Gefahrstoffeinsätze der Feuerwehr regelt das die Feuerwehr-Dienstvorschrift 500, in Stufen bis hin zu einem eigenen Dekon-Platz. Nach üblichen Brandeinsätzen genügt in der Regel die Einsatzstellenhygiene.
Was bedeutet das beim Einsatzzelt?
Für die Dekontamination von Personen nach ABC-Einsätzen gibt es spezielle Dekon-Zelte mit Duschen; diese führen wir nicht. Für die Einsatzstellenhygiene nach dem Brandeinsatz, also das Ablegen und Trennen der Schutzkleidung, eignet sich das VETTER PSA-Umkleidezelt.
Einsatzleitung
Die Einsatzleitung besteht aus dem Einsatzleiter, der die Gesamtverantwortung für die Einsatzstelle trägt, und seiner Führungsunterstützung. Bei Großschadenslagen und Katastrophen übernimmt vielerorts eine Technische Einsatzleitung (TEL) die Führung vor Ort; Name und Zuständigkeit regeln die Länder. Die Grundlagen der Führung beschreibt die Feuerwehr-Dienstvorschrift 100.
Was bedeutet das beim Einsatzzelt?
Die Einsatzleitung braucht nah am Geschehen einen wettergeschützten Platz für Lagekarte, Funk und Besprechung. Dafür eignen sich Faltzelte mit Seitenwänden, etwa in 3 × 6 m, ebenso wie aufblasbare Zelte.
Einsatzstellenhygiene
Einsatzstellenhygiene umfasst alle Maßnahmen an der Einsatzstelle, die verhindern sollen, dass Einsatzkräfte Schadstoffe wie Brandrauch und Ruß aufnehmen oder verschleppen. Dazu gehören das Ablegen verschmutzter Schutzkleidung noch vor Ort, eine Grobreinigung, saubere Hände und Gesicht vor dem Essen und Trinken und der getrennte Transport verschmutzter Ausrüstung. Hinweise dazu gibt die DGUV Information 205-035 „Hygiene und Kontaminationsvermeidung bei der Feuerwehr“.
Was bedeutet das beim Einsatzzelt?
Ein eigenes Zelt oder ein abgetrennter Bereich bietet Sicht- und Wetterschutz, wenn Einsatzkräfte ihre Kleidung wechseln. Das VETTER PSA-Umkleidezelt hat dafür zwei getrennte Kabinen. Für GYBE Schnelleinsatzzelte gibt es außerdem eine diagonale Trennwand mit Reißverschluss, die zusammen mit einem neuen Zelt bestellt wird.
MANV (Massenanfall von Verletzten)
MANV steht für Massenanfall von Verletzten; gemeint sind Verletzte oder Erkrankte. Es ist ein Notfall mit so vielen Patienten, dass der örtliche Rettungsdienst ihn mit seinen regulären Kräften nicht bewältigen kann. Dann greifen vorab festgelegte Konzepte, nach denen zusätzliche Kräfte alarmiert und die Versorgung organisiert werden. Ab wann ein MANV vorliegt und wie er abgestuft wird, regeln die Länder unterschiedlich.
Was bedeutet das beim Einsatzzelt?
Bei einem MANV werden in kurzer Zeit geschützte Flächen gebraucht, etwa für Patientenablage, Behandlungsplatz und die Betreuung unverletzter Betroffener. Zelte, die mit wenig Personal schnell stehen, schaffen dort Wetter- und Sichtschutz.
Notunterkunft
Eine Notunterkunft ist eine Einrichtung, in der Betroffene nach einem Schadensereignis kurz- bis mittelfristig behelfsmäßig untergebracht werden, etwa nach einer Evakuierung. Anders als Betreuungsstelle und Betreuungsplatz dient sie über längere Zeit der Unterbringung. Sie gilt als Notlösung und soll zeitlich begrenzt bleiben; eine bundesweit einheitliche Definition gibt es nicht.
Was bedeutet das beim Einsatzzelt?
Für die kurzfristige Unterbringung braucht es Zelte mit viel nutzbarer Fläche für Feldbetten. Das VETTER Sanitätszelt MT 40 bietet laut Datenblatt Platz für 12 Betten, und mehrere Zelte lassen sich mit dem Andockzelt verbinden.
Patientenablage
Die Patientenablage ist eine Stelle am Rand des Gefahrenbereichs, an der gerettete Verletzte oder Erkrankte bei einem MANV gesammelt werden. Dort gibt es lebensrettende Sofortmaßnahmen, eine erste Sichtung und Registrierung, bevor die Patienten zum Behandlungsplatz oder ins Krankenhaus kommen. Allgemein spricht man von einer Verletztensammelstelle; ist sie einem Behandlungsplatz vorgeschaltet, heißt sie Patientenablage. Die Einzelheiten regeln die MANV-Konzepte der Länder.
Was bedeutet das beim Einsatzzelt?
Die Patientenablage muss schnell und oft mit wenigen Einsatzkräften eingerichtet werden. Ein aufblasbares Zelt ohne Gestänge schützt dort Verletzte und Helfer vor Regen, Sonne und Blicken. Das GYBE Schnelleinsatzzelt baut eine Person mit Druckluft in 2–4 Minuten auf.
Sanitätsstation
Eine Sanitätsstation ist eine feste Anlaufstelle des Sanitätswachdienstes bei Veranstaltungen, untergebracht in einem Zelt, einem Container oder einem Gebäude. Dort werden Besucher mit Verletzungen oder Beschwerden versorgt, von der Ersten Hilfe bis zur notfallmedizinischen Versorgung. Manche Hilfsorganisationen haben dafür feste Konzepte, etwa die Unfallhilfsstelle (UHS); Bezeichnung und Ausstattung unterscheiden sich je nach Organisation und Land.
Was bedeutet das beim Einsatzzelt?
Bei Veranstaltungen im Freien dient oft ein Zelt als Sanitätsstation, gut sichtbar und mit eigenem Aufdruck. Für Hilfsorganisationen wie DRK, Johanniter, Malteser, ASB und DLRG gibt es das E-Z UP Faltzelt mit dem Logo der Organisation, zum Beispiel in 3 × 3 m.
Schwarz-Weiß-Trennung
Schwarz-Weiß-Trennung heißt, verschmutzte („schwarze“) und saubere („weiße“) Bereiche, Kleidung und Ausrüstung konsequent voneinander zu trennen. So werden Schadstoffe nicht verschleppt. Das gilt an der Einsatzstelle, im Fahrzeug und im Feuerwehrhaus, etwa bei Umkleide, Spinden und Wäsche.
Was bedeutet das beim Einsatzzelt?
Das VETTER PSA-Umkleidezelt hat zwei Kabinen für die Schwarz-Weiß-Trennung direkt an der Einsatzstelle. Die Eingänge liegen auf beiden Seiten, so geht es vorne hinein und hinten hinaus. Ohne Trennwand dient es als reines Umkleidezelt.